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nomad magazine: Care Ein 192 Seiten starkes Magazin über das Neu-Denken unserer Welt. Welches Verständnis haben wir zum Beispiel von Müll?

Mutig und inspiriert in die Zukunft — gar nicht so einfach, während sich unsere (Um-)Welt rasant verändert und diese Veränderungen unsere Lebensgewohnheiten infrage stellen. Die 14. Ausgabe des von Veronika Kinczli und Frank Wagner herausgegebenen Zukunftsmagazins nomad versammelt unter dem Titel „Care“ Stimmen von Visionär:innen, Architekt:innen, Designer:innen und Künstler:innen, die in den aktuellen Veränderungen echte Chancen für ein besseres Miteinander sehen. Vor diesem Hintergrund fragen sie: Wie gestalten wir Beziehungen — beispielsweise zwischen Mensch und Natur oder Natur und Technik? Welche Haltung entsteht daraus? Welche Denkweisen müssen neu definiert oder gar neu erfunden werden, damit Entwicklung nicht erstarrt? Und was braucht es dafür? Die Antworten machen Mut. Und inspirieren. Auf 192 Seiten.

Die Realität der Materialität: Andrea Trimarchi und Simone Farresin haben den Salone del Mobile genutzt, um Abfall neu zu definieren und seine Potenziale aufzuzeigen.

Das Cover ist geprägt von den Gesichtern von Andrea Trimarchi und Simone Farresin, beinahe monochrom — dunkler Hintergrund, schwarze Anzüge, der Blick zukunftsbejahend, optimistisch, konzentriert. Mit ihrem in Mailand und Rotterdam ansässigen Studio Formafantasma arbeiten sie an der Schnittstelle von Produkt- und Spatial Design und beschäftigen sich damit, wie durch gestalterische Interventionen unsere natürliche und gebaute Umwelt in eine ökologisch und sozial nachhaltige Zukunft transformiert werden kann.

Während des diesjährigen Salone del Mobile, ebenfalls in Mailand, haben Formafantasma das Symposium „Prada Frames“ unter dem Titel „Material in Flux“ kuratiert und dafür die Auseinandersetzung mit dem Begriff „Abfall“ in den Mittelpunkt gerückt: Sind die globalen Warenströme an gebrauchten Artikeln tatsächlich Abfall, als der sie derzeit gelten? Ist Abfall nicht vielmehr Materie, die sich in einem Transformationsprozess befindet und aus dem letztlich wieder etwas Neues entsteht? Abfall als Teil eines komplexen Ökosystems also? Drei Tage lang haben Menschen aus Wissenschaft, Architektur, Design und Kunst über diese Frage diskutiert. Vorab hat nomad Redakteurin Sarah Dorkenwald mit den beiden Kuratoren über ihre Motivation und die Hintergründe des Symposiums gesprochen.

Die Architekt:innen Alessandra Covina und Giovanni Bellotti von Studio Ossidiana experimen-tieren mit Material und bauen für Tauben und Papageien – unter anderem.

Einen anderen vielversprechenden Ansatz für ein besseres Miteinander haben die Architekt:innen Alessandra Covina und Giovanni Bellotti entwickelt, die in Rotterdam das renommierte Studio Ossidiana führen und Architekturen für ein solidarisches Zusammenleben von Mensch und Tier in der Stadt entwerfen. Mit ihrem „Pigeon Tower“ zum Beispiel haben sie den venezianischen Tauben auf der Architekturbiennale 2021 ein für alle Besucher:innen sichtbares Zuhause gegeben. Ihr „Furniture for a Human and a Parrot“ ist ein Möbelstück mit Sitz-, Kletter- und diversen Abstellmöglichkeiten, das von zwei Lebewesen gleichermaßen genutzt werden kann — Mensch und Papagei.

Mehr nomad und die aktuelle Ausgabe „Care“.

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Thomas Norgall

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